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Walmdach – Aufbau, Neigung und Konstruktion

Eine der ältesten Dacharten, meist auf Herrenhäusern oder alten Bauernhäusern zu finden, ist das Walmdach. Heutzutage aber eher beliebt bei Holzhäusern der moderneren Art, da es einen hervorragenden Schutz für die Außenfassade bietet und sich anstandslos in jedes Wohngebiet integrieren lässt.

Die geneigten Dachflächen sind hier nicht nur auf der Traufseite zu finden sondern bei auch auf der Giebelseite. Diese geneigten Dachflächen sind die Namensgeber des Walmdachs und ersetzen an der Giebelseite selbigen. Diese ganze Konstruktion mündet im sogenannten Dachfirst.

Bei einem Walmdach enden alle Wände auf einer Höhe wodurch das Bauwerk einen stattlichen Gesamteindruck hinterlässt.

Ausgesteift wird das Tragegerüst durch den First an dem sich alle vier Dachneigungen treffen wodurch diese Gerüstkonstruktion im Allgemeinen eine außerordentliche Stabilität ausweist.

Typische Dachneigung eines Walmdachs

Walmdächer werden in der klassischen Bauweise in einem 35° Winkel ganz im Zeichen der Tradition gebaut. In der Theorie ist es allerdings möglich Walmdächer in einem Neigungsbereich von 0 bis 60° zu bauen, wobei allerdings noch kein realisiertes Dach mit weniger als 15° bis 20° vorzufinden war.

Generell sei zu sagen, dass eine durchschnittliche Neigung von 18° bis 28° heutzutage als üblich angesehen wird. Hier ist es in der Regel so, dass eine einheitliche Dachneigungen bei sämtlichen Dachflächen zu finden ist.

Im Gegensatz zum einfachen Walmdach ist es bei dem Krüppelwalmdach möglich das die Neigung bei der Traufseite der Dachfläche und der Giebelseite der Dachfläche unterschiedlich ist ohne eine Einschränkung der Harmonie darzustellen.

In der Vergangenheit wurden zudem Dächer mit einer Neigung von 35° bis 40° gebaut. Jegliche Art von Dacheindeckung lässt sich in dem Neigungsbereich verbauen. Einzige Ausnahme bildet hier die historische Eindeckung mit Reet oder Stroh da es zu Undichtigkeiten kommen kann. Hier wurde in der Regel eine noch steilere Neigung gewählt um zu gewährleisten das Regenwasser schneller ablaufen kann.

In keiner Weise ist hier ein Zusammenhang zwischen den jeweiligen Neigungen der Giebelfläche und der Trauffläche zu vermuten. Die sich annähernde Ausrichtung der Neigung ist dabei der reinen Optik zuzuschreiben.

Konstruktion eines Walmdachs

In der Vergangenheit waren Walmdächer nicht zur Wohnraumnutzung gedacht. Es wurde sozusagen eine Art Rahmen gebaut den man auch Stützverbund nennt. Meist war dieser Stützverbund als stehender oder liegender Stuhl gebaut. Dies war dazu gedacht Lasten auf die darunterliegenden Wände zu verteilen. Die Dachsparren ruhen hier auf parallel zur Traufe verlaufenden Trägern.

Zusätzlich kann hierbei die Mittelfette auf mehrere in gleicher Flucht stehende Fetten verteilt sein. Zu bedenken ist auch das bei einem Walmdach Schwelle und Fette um die Ecke geführt werden muss.

In der heutigen Zeit wo Walmdächer auch als Wohnraum genutzt werden ersetzt die Wandkonstruktion häufig einen Teil der tragenden Komponenten.
Auch der Dachaufbau hat sich im Gegensatz zur Vergangenheit stark geändert. Wo früher der Dachaufbau aus einer Lattung die direkt auf den Sparren auflag und lediglich für die abschließende Dacheindeckung diente vorkam ist der Dachaufbau um ein vielfaches Komplexer geworden.

Um einiges vielschichtiger beginnt der Aufbau von innen nach außen gesehen mit einer Verkleidung welche auf einer Lattung verschraubt ist. Darunter findet sich eine luftdichte Ebene gefolgt von einer Dämmschicht zwischen den Sparren. Danach kommt eine Unterdachbahn die teilweise mit einer zusätzlichen Dämmschicht versehen ist bevor die eigentliche Dacheindeckung kommt.

Welche Vorteile und welche Nachteile hat ein Walmdach?

Ein Vorteil ist das mehr Dachfläche für Energiemaßnahmen vorhanden ist. Zudem ist es Regen- und windresistent und kann mehr Schneelast aushalten. Regenwasser wird ebenso besser abgeleitet. Es ist Pflegeleicht da der Giebel nicht so ausgeprägt ist. Und der Dachraum bietet eine größere Nutzfläche.
Leider gibt es auch Nachteile. So ist der Bau eines Walmdaches teurer als der eines Satteldachs. Zudem werden spezielle Dachfenster benötigt. Ebenso sind Stützen bei der Raumgestaltung zu bedenken.