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Historie und schicke Optik vereint in einem Krüppelwalmdach

Wer ein Haus bauen oder kaufen möchte, steht oft vor der Frage, welches Dach am besten geeignet ist. Diese Frage muss differenzierter beantwortet werden, denn bei der Entscheidung unterscheiden sich die einzelnen Typen hinsichtlich des Optik- und Kostenfaktors und auch je nach Bedingungen, denen das Dach standhalten muss. Während ein Satteldach aus zwei gegenüberliegenden Dachflächen besteht, verfügt ein Walmdach, zu dem auch das Krüppelwalmdach gehört, über vier Flächen, die sich im Dachfirst treffen.

Während die Wände damit beim Walmdach auf jeder Seite auf gleicher Höhe schließen, reichen die Dachflächen bei der genannten Sonderform an den Stirnseiten nicht bis zur untersten Kante, der Traufe. Damit bleibt ein Stück Giebel, meistens mindestens die Hälfte der Länge vom First bis zur Traufhöhe, an den Stirnseiten frei.

Verwendet wird diese Dachart aufgrund der besonderen Optik nicht nur gerne bei moderneren, freistehenden Einfamilienhäusern, sondern schon die alten Schwarzwälder Bauernhäuser wiesen diese Form vornehmlich auf.

Von der Konstruktion bis zur Statik

Als Tragwerk dienen dabei die nachfolgend erwähnten Elemente:

  • Sparren (meist aus Holz gefertigt, als Träger für den späteren Dachbelag)
  • First (oberer Auflagepunkt des Sparrengerüsts)
  • Schwelle (unterer Auflagepunkt der Sparren)
  • Pfetten (mittlere Auflagepunkte)
  • Stützsysteme/Dachstuhl (Lastverteilung der vorgenannten Elemente auf die anschließenden Massivwände)

Der am meisten gefährdetste und Umwelteinflüssen ausgesetzte Bereich eines Daches ist die Giebelseite. Dabei sorgt der Krüppelwalm durch eine Verringerung der angreifbaren Fläche für eine besonders gute Statik des Daches und gewährleistet somit für eine vergleichsweise hohe Stabilität.

Die durch den Krüppelwalm geformte dreieckige Fläche schützt dabei nicht nur den Giebel, sondern auch den Dachfirst. Auftreffende hohe Windstärken können somit besser verteilt werden, starke punktuelle Einwirkungen auf die genannten Schwachstellen werden vermieden.

Entscheidende Vor- und Nachteile eines Krüppelwalmdaches

Neben der guten Statik bietet das Krüppel- oder auch Schopfwalmdach noch eine Reihe weiterer entscheidender Vorteile. Aufgrund der hohen Dachneigung von mindestens 35 Prozent ist nicht nur ein guter Regenablauf gewährleistet.

Auch schwere Schneemassen, die sich im Winter auf einem flacheren Dach ansammeln können, werden so leichter abtransportiert. Einwirkungen durch extreme Witterungseinflüsse, wie sie durch den Klimawandel vermehrt auftreten können, werden gut ausgeglichen, wodurch das Dach von einer besonders hohen Langlebigkeit profitieren kann.

Den wohl größten Vorteil bildet jedoch die mögliche Nutzung des Dachraumes. Dabei wird der Platzverlust durch die Nutzung eines Walmdaches gekonnt umgangen. Somit kann das Dachgeschoss nicht nur bewohnbar ausgebaut werden, sondern erreicht fast die Höhe wie bei der Nutzung eines Satteldaches. Somit können auch größere Einrichtungsgegenstände und Möbelstücke problemlos aufgestellt werden.

Außerdem wird durch die Vergrößerung der freien Giebelfläche im Vergleich zum normalen Walmdach eine höhere Ausleuchtung der Wohnräume erreicht. Der trotzdem entstehende Dachüberstand bietet den Vorteil, dass ein trockener Unterstand in unmittelbarer Hausnähe entsteht und für verschiedene Arbeiten genutzt werden kann.

Außerdem entsteht auf diese Weise ein Sonnenschutz für einen möglichen darunterliegenden Balkon oder eine Terrasse.

Den genannten Vorteilen stehen natürlich auch einige Nachteile gegenüber. Die besondere Ästhetik ist im Vergleich zum einfacher gebauten Satteldach mit einem höheren Bauaufwand verbunden. Damit einhergehen natürlich auch eine Zunahme der Baukosten und ein höherer Preis. Außerdem wird der unter dem First entstehende Dachspitz durch die vier Walmflächen weniger beleuchtet.

Bei der Abwägung aller Vor- und Nachteile sollte man sich nicht nur am bloßen Preis orientieren. Auch die jeweilige mögliche Nutzungsdauer aufgrund von Konstruktion und Stabilität sollte in die Entscheidung für oder gegen ein Schopfwalmdach einfließen.