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Ungewöhnliche Dachformen – das Laternendach

Der Traum des eigenen Hauses ist nach wie vor groß, und immer mehr auch junge Paare möchten sich ein Eigenheim bauen. Dabei stehen Hausbauer jedoch immer wieder vor der einen Frage: Welche Dachform gefällt mir, welche Dachform passt zu unserem Bauvorhaben und welche Dachform ist laut Bebauungsplan in unserem Wohngebiet überhaupt erlaubt?

Eine besondere Dachform unter den Dächern ist das Laternendach. Die Bauweise und die damit verbundenen Vorteile des Laternendachs lassen sich wie folgt kurz erläutern. Diese Dachform ist ähnlich wie das Satteldach aufgebaut und unterscheidet sich dennoch von eben diesem.

Zunächst einmal besteht das Laternendach, wie beim Satteldach auch, aus zwei geneigten Dachflächen, welche sich entgegengesetzt zueinander befinden. Diese Dachflächen treffen am sogenannten First, das ist die höchste Kante des Daches, aufeinander.

Beim Laternendach aber, und das ist die Besonderheit, werden nun die Dachflächen durch einen senkrechten Fassadenschnitt unterbrochen und vertikal versetzt weitergeführt. Man könnte auch sagen, ein Laternendach sind zwei übereinander gesetzte Satteldächer, um es deutlicher zu veranschaulichen.
Die Vorteile liegen bei dieser Bauweise auf der Hand.

Der durch den Versatz entstandene Hohlraum lässt sich prima für eine integrierte Beleuchtung nutzen, indem man beispielsweise die Lampen in diesem Versatz anbringt oder aber direkt die sogenannte Dachhaut nutzt, um Beleuchtungsschlitze einzubauen. Zudem gewinnt der Raum durch den entstandenen Versatz an Höhe und kann so optimal genutzt werden. Auch das einbauen von zusätzlichen Fenstern an den entstandenen Schrägen ist beliebt und verleiht dem Raum zusätzliches Tageslicht.

Viel Raum für Luft und Licht

Für das Laternendach, gerade wenn es sich um öffentliche Gebäude handelt, wird als Material oftmals Glas wählt, um eben genau diese Vorzüge auch nutzen zu können und einen besonderen, zusätzlichen Lichteinfall zu haben. Der Raum gewinnt so an Größe, und man fühlt sich direkt wohler.

Bei privaten Hausbauern ist ein Glasdach nicht unbedingt die erste Wahl, und so wird hier das Laternendach oftmals aus Holz hergestellt und wie ein Satteldach gebaut. Den zusätzlichen Lichteinfall kann man hier jedoch durch eingelassene Dachfenster und eine Art Lichtschacht gewinnen.

Die Geschichte der Laternendächer beginnt in der Zeit, als Eisen- und Straßenbahnen immer mehr genutzt wurden. Besucht man auf einem Städtetrip historische Bahnwagen, welche oftmals noch als Denkmal in den Städten zu finden sind, kann man das Laternendach dort betrachten. Dieses Dach ermöglichte nämlich damals den Fahrgästen, im Mittelgang aufrecht zu stehen und sich zu bewegen, trotz das teilweise Leuchten unter der Decke angebracht wurden.

Oberlichter und Luftzufuhr

Auch eine entsprechende Luftzufuhr mit Oberlichtern wurde mit dieser Dachform ermöglicht, da sich die im Laternendach eingebauten Oberlichter oftmals noch zusätzlich öffnen ließen. Gleichzeitig konnte man über die eingebauten Oberlichter enorme Helligkeit gewinnen.

Diese Art der Eisenbahnwaggons wurde bis in die Nachkriegszeit hinein gebaut und genutzt. Heutzutage lässt sich das Laternendach jedoch eher beim Hausbau oder der Errichtung öffentlicher Gebäude finden. Private Bauherren nutzen dieses Dach, solange die doch oftmals strengen Bauvorschriften es zulassen.

Denn das Baurecht erlaubt leider nicht immer jede gewünschte Dachform. Wenn ein neues Haus gebaut werden soll, gibt es oftmals von der Stadt oder Gemeinde vorgeschriebene Dachformen und Dachfarben für dieses Wohngebiet, sodass man sich seine Dachform leider nicht häufig selber aussuchen kann.

Die Dachformen und Dachfarben orientieren sich dabei in der Regel an den bereits vorhandenen Häusern in diesem Wohngebiet und sollen nach Optik möglichst gut zueinander passen. Lediglich wer sein Haus in weniger dicht besiedelten Gebieten baut, könnte bei der Wahl seiner Dachform etwas weniger eingeschränkt sein.