Das Pyramiden- und Zeltdach

Häufig wird ein solches Dach bei Türmen mit quadratischem Grundriss verwendet. Man spricht von einem Pyramidendach wenn der Grundriss quadratisch ist, weicht dieser auch nur gering von einem Quadrat ab so spricht man vom Zeltdach. Ein Zeltdach ist deshalb eine Sonderform des Walmdaches, weil die Firstlänge null beträgt.

Die gegeneinander geneigten Dachflächen treffen sich in einem Punkt, in der Spitze des Daches, welcher als Firstpunkt bezeichnet wird. Beim Bau von Häusern wird diese Dachform überwiegend für gleichseitige, drei- oder polygonale Häuser verwendet und ist dabei eine verhältnismäßig teure Dachform.

Bei der Planung des Hauses bzw. des Daches kann die Dachneigung variabel bestimmt werden, woraus sich bestimmte Vor- und Nachteile ergeben.

Regensichere Unterkonstruktion

Wird die Neigung des Daches gering gewählt, also unter 22°, so muss eine regensichere Unterkonstruktion mit eingeplant werden. Durch die geringe Dachneigung ist der direkt unter dem Dach kaum bis gar nicht nutzbar. In diesem Fall wird das Dach allerdings vom Wohnraum getrennt. Durch die gute Isolierung des Daches steigert sich die Effizienz des Wohnhauses. Zudem heizt sich der Wohnraum im Sommer nicht so stark auf und die Wärme bleibt im Winter in den Innenräumen.

Wird die Dachneigung hingegen steiler gewählt so lässt sich auch der Platz unter dem Dach nutzen. Je steiler die Neigung des Daches gewählt wird umso mehr kann der Raum genutzt werden, ebenso wird die Dachfläche wetterbeständiger. Der Raum unter der Traufe kann somit als zusätzlicher Wohnraum oder als Abstellraum genutzt werden.

In der Geschichte wurde diese Dachform vor allem bei Kirchen und deren Türme verwendet. Dadurch war der Dachstuhl meist offen und kam in den meisten Fällen ohne zusätzliche Stützen aus, was den Aufwand beim Bau verringert hat.

Zeltform

Natürlich ist die Beziehung zwischen dem Zeltdach und dem realen Zelt nicht nur anhand des Namens offensichtlich. Auch optisch erinnert seine Form stark an die einfachste Form eines Zeltes, das von einer zentralen Säule und einer Plane bedeckt ist. Die ersten dauerhaften Häuser in Form von Jurten, einfachen Hütten usw. fielen ebenfalls auf diese einfache und effektive Dachform.

Auch später in der Moderne hat sich das Zeltdachkonzept weiter verbreitet, da damals die Gemeinde immer mehr in den Mittelpunkt rückte und damit auch die jüdischen und christlichen Gottesdienste mit ihren Ritualen.

Diese Dachform wurde allerdings auch schon früh in der asiatischen Architektur verwendet und ist heute noch bei den von der asiatischen Architektur beeinflussten russischen Turmkirchen zu sehen.

Als zentrales Bauelement dient ein regelmäßig-vieleckiger Turm, der häufig mit den charakteristischen Dachschuppen dekoriert ist.

Das schöne Erscheinungsbild

Der entscheidende Vorteil des Zeltdaches ist sein besonders attraktives Erscheinungsbild. Wenn der Grundriss des Hauses auf ein solches Zeltdach passt (normalerweise ein quadratischer Grundriss), sehen Haus und Dach so aus, als wären sie aus einem Stück gefertigt. Diese Form der Dacheindeckung kommt insbesondere den Häusern im mediterranen Stil zugute.

Darüber hinaus haben diese Dächer Vorteile bei der Verwendung von Fotovoltaik oder Solarenergie, da normalerweise eine Seite des Dachs leicht die beste Ausrichtung bietet. Die potenzielle Leistung dieser Systeme wird daher stark erhöht. Das Dach des Zeltes ist ebenfalls fast windstill, sodass diese Dächer einen besseren Schutz gegen starken Wind oder Sturm bieten.

Ein weiterer aufregender Vorteil ist das interne Design. Die Struktur des Zeltdaches sorgt für mehr Platz als andere Dachformen. Die obere Ebene hat normalerweise keine schräge Decke, sodass diese Ebene voll genutzt werden kann.

Zum Aufbau eines Zeltdaches:

Zuerst wird eine Dampfdiffusionsdichte Ebene angebracht um zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Wohnraum in die Dämmebene gelangt.
Darauf folgt eine Handelsübliche Dämmschicht z. B. aus Steinwolle.

Ein Diffusionsoffenes Unterdach, das zur Belüftung und Ableitung von Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion verwendet wird und in Kombination mit einer anderen Dämmschicht verwendet werden kann. Darauf folgt die Hinterlüftungsebene zum Entfernen von austretendem Wasserdampf.
Außerdem wird im Außenbereich eine Dachunterkonstruktion mit dementsprechender Dachhaut angebracht.

Zu guter Letzt muss nur der passende Dachbelag ausgewählt werden, dabei hat der Bauherr die Qual der Wahl: Er kann bei einer Dachneigung ab ca. 15° Ziegel, Schiefer oder Betondachsteine verwenden. Bei einer sehr geringen Dachneigung (unter 10°) kann auch ein Kies- oder Gründach verwendet werden, allerdings muss darunter ein Foliendach angebracht werden.