Schritt für Schritt zum perfekten Steingarten

Das Anlegen eines Steingartens muss gut geplant werden, damit er zur Zufriedenheit aller ausfällt. In dieser Schritt für Schritt Anleitung finden Sie Tipps und Anregungen zur Gestaltung und Pflege eines Steingartens.

Ein Steingarten soll eine kleine Alpenlandschaft, wie sie im Gebirge zu finden ist, nachbilden. Eine Hanglage, ausgerichtet nach der Sonnenseite, eignet sich perfekt, um die typischen Gebirgsmerkmale darzustellen. Die Verwendung von großen Steinbrocken hat den Vorteil, dass diese Schatten spenden und außerdem die Sonnenwärme speichern und an ihre Umgebung abgeben.

Wichtigstes Material für einen Steingarten sind:

  • Steine
  • Kies
  • Pflanzen

Planen des Steingartens

Liegt keine natürliche Hanglage vor, kann das Gelände mit einer Schräge von circa 10 Prozent aufgeschüttet werden, damit Regen- und Gießwasser gut abfließen können. Steingartenpflanzen sind sehr empfindlich gegenüber Staunässe, daher sollte eine Schräglage auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Bevor der Steingarten angelegt wird, ist es unbedingt nötig, eine Skizze anzufertigen, die maßstabsgetreu all jene Flächen aufzeigt, die für den geplanten Garten genutzt werden sollen. Ebenfalls festzuhalten sind die Lichtverhältnisse (Sonne/Schatten), die auf den verplanten Flächen herrschen, damit die geeigneten Pflanzen an der richtigen Stelle platziert werden können.

In der Planungsskizze wird ebenfalls festgehalten, welche Beschaffenheit der Boden an welchen Stellen aufweist bzw. wo diese noch angepasst werden muss. Danach werden noch Markierungen gesetzt, an denen bei der Umsetzung klassische Steingartendekoration wie z. B. eine Treppe, eine kleine Wasserlandschaft oder ein Sitzplatz eingebracht werden soll. Pfade, Wege und Trittstellen müssen ebenfalls eingezeichnet werden.

Tipps für die Gestaltung

  • Optisch auffällige Steine immer an strategischen Stellen platzieren.
  • Eine natürliche, unregelmäßige Anordnung spiegelt die Alpenlandschaft am besten wieder.
  • Kontraste mit den Steinen setzen (groß/klein, eckig/rund, glatt/rau).
  • Zum Auffüllen leerer Flächen Kies verwenden.
  • Bevorzugt sollten Steine aus der eigenen Region verwendet werden, da diese aus derselben Mikroklima-Zone stammen und auf diese Weise die Transportwege auch so gering wie möglich gehalten werden können, wodurch sich die Kosten minimieren und die Umwelt geschützt wird.

Vorbereitung des Untergrunds

Damit die Pflanzen im Steingarten gut gedeihen können, benötigt man nährstoffarmen, sandig-kiesigen Boden, der Wasser gut durchlässt. Liegt keine Hanglage vor, oder ist diese nicht erwünscht, ist eine Drainage ratsam, damit das Stauwasser kontrolliert abgeleitet werden kann.

Das Verlegen eines Unkrautvlieses verhindert Unkrautbildung im Steingarten und erspart mühsames Jäten. Außerdem wird dadurch die Drainage nicht durch Substrat verstopft. Außerdem hilfreich ist das Anbringen eines Wühlmausdrahtes, damit der neu angelegte Garten nicht durchgraben wird.

  • Boden ausheben: circa 30 bis 50 cm auf der gesamten Fläche des Steingartens.
  • Gefälle einarbeiten, falls erwünscht.
  • Wurzelwerk und Unkraut entfernen.
  • Wühlmausdraht flächendeckend auslegen.
  • Errichtung einer Drainageschicht, falls notwendig: Dazu werden 10 bis 20 cm Sand, Bauschutt, Kies und Erde im entstandenen Aushubraum verteilt und können je nach Geschmack kleine Hügel gestaltet werden.
  • Unkrautvlies flächig auslegen (die einzelnen Vliesteile sollen sich mindestens 10 cm überlappen).
  • Verteilung des sandig-kiesigen Bodensubstrats oder geeigneter handelsüblicher Pflanzenerde in einer Schicht von 20 bis 30 cm Höhe.

Platzierung der Steine

Gemäß der Planungsskizze werden nun die Steine platziert. Große Steine werden zuerst gesetzt, dabei ist es wichtig, dass die größte aller Flächen unten ist und bis zu einem Drittel in den Boden gegraben wird. Hohlräume, die sich dabei ergeben, werden anschließend mit Sand aufgefüllt. Die vorhandene grobe Drainageschicht sorgt für guten Halt der großen Steine. Das Unkrautvlies kann zur leichteren Befestigung der Steine kreuzweise eingeschnitten werden.

Als Blickfänger im Steingarten fungieren Findlinge, die je nach Geschmack gesetzt werden. Mittelgroße und kleinere Einzelsteine werden darauffolgend platziert und Dekorelemente wie Sitzbank, Treppe usw. positioniert.

Nun sollte alles rund drei Tage unberührt bleiben, damit das verwendete Material in den Boden „sacken“ kann.

Pflanzen setzen

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Steingarten, d. h. dem Vorbild der Alpen folgend, werden nur wenige Pflanzen wie Halbsträucher, Gräser, kleine Gehölze oder Blühendes gesetzt.

Wichtig bei der Auswahl der Pflanzen ist die Wuchshöhe. Diese sollte an die Höhe der jeweiligen Steine angepasst sein, damit diese nicht verdeckt werden.

Folgende Steingartenpflanzen eignen sich gut:

  • Alpen-Leinkraut
  • Alpenaster
  • Blauschwingel
  • Enzian
  • Fuchsien
  • Grasnelken
  • Glockenblumen
  • Kirschlorbeer
  • Kriechwacholder
  • Lavendel
  • Nelken
  • Narzissen
  • Federgras
  • Strauchrose
  • Steinbrech
  • Thymian
  • Zwergkiefer

Pflege des Steingartens

Ist der Steingarten richtig angelegt, benötigt er kaum Pflege. Lediglich in trockenen Zeiten (Sommer aber auch im Winter) wird der Steingarten nur mäßig bewässert und benötigt nur eine minimale Düngung. Unkraut und Moos sollten laufend entfernt werden, damit die Steingartenpflanzen nicht ersticken, welke Pflanzenteile ebenfalls regelmäßig entfernen.