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Das Pagodendach – Konstruktion, Bauweise, Funktion

Ein Pagodendach kann in Form eines geschwungenen Dachs oder als doppeltes Walmdach gebaut werden. Ursprünglich kommt diese spezielle Architektur aus Asien und macht das typische, traditionelle Erscheinungsbild asiatischer Häuser aus. Am häufigsten sieht man Pagodendächer in unseren Breitengraden auf Wintergärten, als Terrassenüberdachung, auf Pavillons oder Carports. Nur in seltenen Fällen werden ganze Häuser damit ausgestattet.

Konstruktion eines Pagodendachs

Das geschwungene Pagodendach läuft in seiner Form rund nach oben und ist in der Mitte aufgeschwungen. Das doppelte Walmdach ist normalerweise quadratisch und besitzt in seiner Mitte ein zweites aufgesetztes Dach gleicher Art. Im Grunde sind Pagodendächer hierzulande eine Abwandlung von echten asiatischen Pagodendächern.

Dem echten asiatischen Dach ähnlicher ist das doppelte Walmdach. Es ist relativ einfach zu bauen. Das geschwungene Pagodendach hingegen, ist relativ schwierig in seiner Konstruktion, denn es wird nicht aus geraden Sparren gebaut, sondern aus geschwungenen. Daher müssen die Sparren speziell vorgefertigt werden, was auch den Preis erhöht. Meistens werden diese Dächer mit Holz gebaut, manchmal auch mit Metall.

Pagodendächer

Pagodendächer für die Terrassenüberdachung, für den Carport, für Wintergärten oder Pavillons sind oft nicht wie das klassische Hausdach in Pagodenform aus Holz und Ziegeln gebaut, sondern aus Glas und Metall. Sie lassen so viel Licht herein und schützen gleichzeitig vor der Witterung. Als Glas wird meistens Plexiglas verwendet, das durchsichtig oder milchig sein kann. Auch der Einsatz eines farbigen Glases ist auf Wunsch möglich.

Die Bauweise eines Pagodendachs

Die Bauweise des doppelten Walmdachs kann mit etwas Erfahrung und Geschick grundsätzlich auch von einem Handwerker selbst gebaut werden. Das gilt für das geschwungene Dach aufgrund der geschwungenen Sparren, die dazu benötigt werden, nicht. Dem Holz diese Form zu geben, ist aufwendig und kostenintensiv. In manchen Fällen wird das Dach daher auch aus geraden Sparren konstruiert, die aneinander gesetzt werden. Dazu müssen viele kleine Stücke verwendet werden.

Wie wird ein Pagodendach eingedeckt?

Grundsätzlich können zur Eindeckung eines Pagodendachs alle möglichen Baustoffe verwendet werden. Sowohl klassische Materialien, wie Ziegel oder Schindeln, als auch moderne, wie Bitumenwellplatten können verwendet werden. Der Vorteil der modernen Eindeckungsmaterialien ist, dass sie sehr leicht sind. Daher wird ihre Benutzung vor allem auf weniger stabilen Dachkonstruktionen, wie auf Terrassenüberdachungen, auf einem Carport, auf Wintergärten oder auch auf Gartenhäusern empfohlen.

Funktion eines Pagodendachs

Die wichtigste Funktion eines Pagodendachs ist es wohl, dass es ein Schmuckstück ist und einfach schön und ungewöhnlich aussieht. Es gibt einfachere Dachformen, wie zum Beispiel das normale Walmdach, das weniger Angriffsfläche für Wind und Schneelast bietet als ein Pagodendach.

Ein Vorteil des doppelten Walmdaches ist es, dass es sehr gut durchlüftet wird und viel Licht herein lässt. Das oben aufgesetzte Dach fungiert quasi ähnlich wie die Überdachung eines Kamins. Vor allem bei der Nutzung auf einem Pavillon oder einer Terrasse, kann das untere Dach offen gelassen werden, sodass die Luft aus dem Dach entweichen kann. Dies bietet sich vor allem an, wenn unter dem Pavillon gegrillt werden soll.

Das Pagodendach in Asien

Eine Pagode ist ein spezielles Bauwerk, das in Asien mit mehreren Stockwerken oder sogar wie ein Turm gebaut wurde. Die einzelnen Stockwerke besitzen dabei Dachvorsprünge, was den Eindruck des gestapelten Daches ergibt. Pagodendächer wurden in Asien auch oft für Tempel benutzt oder auf Grabstätten gebaut.
Als sich der Buddhismus in ganz Asien ausbreitete, breiteten sich mit ihm auch die Dächer aus. Vor allem in China finden sich bis heute auch viele Wohngebäude mit Pagodendach. Ursprünglich war der Grundriss immer quadratisch, heute werden auch gerne sechs- oder achteckige Gebäude gebaut.

Bei uns kannte man diese speziellen Dächer zunächst vor allem aus botanischen Gärten, wo sie gerne auf Pavillons oder Gewächshäuser aufgesetzt wurden. Die Idee, sie auch für Wintergärten zu verwenden, stammt ursprünglich aus der Zeit des Jugendstils. Erst seit kürzerer Zeit wird das Pagodendach auch manchmal für Wohn- oder Geschäftshäuser verwendet, denn es hat den Vorteil, dass es viel Licht herein lässt.