Heckenarten für jeden Zweck – Liguster

Liguster zählt zu den beliebtesten Heckenpflanzen in Europa. Botanisch betrachtet ist der Liguster eine Pflanze aus der Familie der Ölbaumgewächse und wird im Volksmund auch als „Rainweide“ oder „Tintenbeerstrauch“ bezeichnet.

Eine Hecke aus Liguster zeichnet sich durch ihren Wuchs aus, der für Blickdichte und Sichtschutz sorgt. Insofern kann man sich durch eine Ligusterhecke Privatsphäre im Garten sichern. Des Weiteren blüht Liguster sehr hübsch. Die hellen kleinen traubenförmigen Blüten zeigen sich in der ersten Jahreshälfte, duften sehr angenehm und sind bei Schmetterlingen beliebt.

Später wachsen kleine dekorative Beeren, die anfangs grün sind und später schwarz werden. Diese sind eine beliebte Nahrung für heimische Vögel, wie Singdrosseln oder Gimpel.
Auch dem Ligusterschwärmer, einem heimischen Nachtschwärmer, bietet die Hecke eine wichtige ökologische Nische.

Die meisten Ligusterarten sind nicht immergrün, sondern sommergrün. Laubabwerfende Hecken, wie Liguster- oder Hainbuchenhecken, bieten vielen Kleintieren und Insekten einen Lebensraum, können sogar Winterquartier für Igel sein.

Bei den Beeren ist jedoch Vorsicht geboten, weil diese für Menschen giftig sind.

Sofern größere Mengen verzehrt werden, kann dies Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen bewirken, weil die Pflanze Alkaloide enthält. Auch bei Hautkontakt sollte man achtsam sein, weil bei empfindlichen Personen Ekzeme entstehen können. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder im Haushalt leben oder zu Gast sind. Im Mittelalter wurden die Beeren einst zum Malen und Färben benutzt und sorgten für ein sattes Blau auf Stoffen aus Wolle.

Ligusterarten

Die meisten Arten stammen aus dem asiatischen Raum, die einzig heimische Art ist der „Gewöhnliche Liguster“. Allerdings wirft dieser seine Blätter in der kalten Jahreszeit fast komplett ab, doch zartgrüne Austrieb im Frühjahr ist sehr ansprechend.

Der „Chinesische Liguster“ ist hingegen immergrün, aber nicht winterhart. Insofern ist dieser eher als Kübel- denn als Heckenpflanze geeignet.

Des Weiteren sind der „Schwarzgrüne Liguster“ sowie der „Ovalblättrige Liguster“ erwähnenswert. Beide Ligusterarten erreichen eine Höhe von drei bis vier Metern, wobei die Wuchsgeschwindigkeit der ovalblättrigen Art wesentlich geringer ist.

Ansprüche und Pflege

Egal ob der Standort sonnig oder halbschattig ist – die Pflanze ist anpassungsfähig. Wer sich für eine Hecke aus Liguster entscheidet, muss keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Auch die Bodenbeschaffenheit kann variieren. Besonders gut wächst Liguster jedoch auf humusreichen Boden.

Junge Pflanzen sollte man im Abstand von etwa 40 cm setzen, damit diese sich schnell zu einer Hecke verdichten.

Wenn es längere Zeit nicht regnet, sollte man die Hecke unbedingt gießen, sonst werfen die Pflanzen vorzeitig die Blätter ab, um nicht komplett zu vertrocknen. Insgesamt gesehen kommt aber Liguster mit relativ wenig Wasser aus.

Staunässe mögen Ligusterpflanzen überhaupt nicht. Deshalb sollte man sie nicht in der Nähe eines Gewässers pflanzen oder als Gartenteichbegrenzung verwenden.

Obwohl die Pflanze auch auf nährstoffarmen Boden gedeiht, sollte man hin und wieder düngen. Für Liguster ist Koniferendünger geeignet oder Langzeitdünger. Auch Hornspäne sind hilfreich, weil damit der Boden mit Stickstoff angereichert wird.

Man kann aber auch kurz vor dem Austrieb der Pflanze im Frühjahr einen Kurzzeitdünger, wie Blaukorn, verwenden. Beim Düngen gilt jedoch, dass man dies lieber in Maßen als in Massen tun sollte.

Kurz noch zur Schnittverträglichkeit: Es reicht meist, wenn Liguster einmal im Jahr geschnitten wird. Auch Formschnitt ähnlich wie beim Buchsbaum ist möglich.

Wird der Schnitt versäumt, hat man es im Folgejahr schwer, weil die Hecke schnell verholzt. Das Holz des Ligusters ist sehr hart. Früher wurde es zur Herstellung von Werkzeuggriffen verwendet.
Teilweise wird aus Angst vor den giftigen Früchten empfohlen, die Hecke unmittelbar nach der Blüte zu schneiden, damit keine Beeren entstehen. Davon ist jedoch unbedingt abzuraten, weil man sich an Vogelschutzzeiten halten sollte und viele Singvögel in den geschützten Ligusterhecken ihre Nester bauen.