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Die Dachtraufe – Aufbau und Funktion als Dachtropfgrenze

Bei der Dachtraufe handelt es sich um den Abschluss der Dachfläche und diese wird als Tropfkante am Dach bezeichnet. Die Dachtraufe, in der Kurzform Traufe genannt, kommt von dem mittelhochdeutschen „Troufen“, was „träufeln“ bzw. „tropfen lassen“ bedeutet. Die Traufe ist ein optischer Abschluss des Daches und befindet sich entlang der gesamten Breite der Dachfläche.

In seiner Funktion begrenzt die Traufe die geneigte Dachfläche nach unten. Als Ortgang werden die seitlichen Begrenzungen bezeichnet. Der Dachfirst ist die obere Begrenzung.

Das Dach eines Hauses besteht je nach Dachform immer mindestens aus einer Dachfläche. Ebenso kann ein Dach aus zwei oder mehreren Dachflächen bestehen. Je nach Bauform des Daches kann die Traufe auch an allen vier Seiten des Hauses existent sein.

Die folgende Kurzübersicht stellt die reguläre Anzahl der Dachtropfgrenzen je nach Formen des Daches dar:

  • Satteldach – zweifach, parallel zum Dachfirst
  • Walmdach, Krüppelwalmdach – an allen vier Seiten
  • Bodendach, Tonnendach – zweifach, nicht an den Firstseiten
  • Zeltdach, Pyramidendach – drei- oder mehrfach, jeweils an der Abschlusslinie

Die Funktionen der Dachtraufe

Hauptaufgabe der Dachtraufe ist die Dachentwässerung. Als weitere Funktion ist die Dachentlüftung zu benennen. Mit speziell geformten Traufblechen oder Traufziegeln wird die Dachkante vor Feuchtigkeit geschützt. Mit Lüftungsblechen bzw. Lüftungskämmen kann eine Zufuhr von Außenluft gewährleistet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Eindringen von Kleintieren verhindert werden kann.

Die Anforderungen an die Dachtropfgrenze:

In der relevanten DIN 4108-3 sind verschiedene Parameter fixiert, welche bei der Konstruktion der Dachtraufe zu beachten sind. Der Lüftungsquerschnitt ist mit zwei Prozent der jeweils zu berücksichtigenden Dachfläche festgehalten. Mit jedem Meter Dachfläche müssen mindestens 200 cm² Trauffläche existent sein.

Das Traufrecht

Bei dem Bau eines Gebäudes oder der Anpassung einer Dachkonstruktion bei einem bestehenden Haus ist das Traufrecht zu berücksichtigen. Das Gebäude muss dabei so gebaut werden, dass das abtropfende Wasser vom Dach nicht auf das angrenzende Grundstück gelangen darf. An öffentlichen Straßen gibt es unter der Beachtung von sich bildendem Wasser auf den Gehwegen Ausnahmeregelungen.

Die Wirkungsweise als Regenablauf

Unterhalb der Dachtraufe als Dachtropfgrenze wird häufig eine Regenrinne bzw. Dachrinne angebracht, um den Ablauf von abfließendem Regenwasser zu gewährleisten. Die seitlich verlaufenden Regenrinnen mit leichter Neigung führen zu einem oder mehreren Fallrohren. Je nach Konstellation kann das Wasser dann in eine Auffangtonne oder direkt auf den Boden geleitet werden.
Im Regelfall wird die Regenrinne so angebaut, dass diese ca. zu einem Drittel unter der Dachtraufe liegt.

Der Ortgang

Als Ortgang wird der seitliche Abschluss der Dachflächen bezeichnet. Damit wird das Ende der Dachtraufe mit dem des Dachfirsts verbunden. Als Bezeichnung ist umgangssprachlich auch von die „Stirn des Hauses“ bekannt.

Die traufständige bzw. giebelständige Bauweise

Von einer traufständigen Bauweise wird bei einer Traufe, welche parallel oder direkt angrenzend zur Straße verläuft, gesprochen. In dieser Bauweise verläuft der Dachfirst ebenso parallel zur Straße.

Gegenteilig wird von einer giebelständigen Bauweise gesprochen, wenn der Giebel parallel zur Straße verläuft. In dieser Konstellation steht der Dachfirst quer zur Straße.

Der Traufpunkt

Der Schnittpunkt zwischen der senkrechten Außenfläche und der Dachhaut wird als Traufpunkt bezeichnet. Da viele Dächer unterschiedlich weit über die jeweilige Hauswand hinausgehen, liegt der Schnittpunkt zwischen Dach und Fassade etwas weiter oben als der Tropfkante.

Der Traufpunkt ist im Baurecht bedeutsam, da dieser in vielen Kommunen die Maximalhöhe des Gebäudes definiert. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann der Traufpunkt im Bebauungsplan fixiert werden, der Traufübergang kann ebenso baurechtlich begrenzt sein.

Besondere Formen der Dachtraufen

Neben dem Hauptdach können Dachtraufen ebenfalls an Sonderformen des Daches vorkommen. Beispielsweise an einer Dachgaube oder an einem Vordach kann ebenso eine Traufe angebracht werden.